Aufbau und Materialverhalten von Mehrschichtplatten
Mehrschichtplatten bestehen aus mehreren Holzlagen, die zu einer Platte verbunden werden. Decklagen bestimmen das sichtbare Erscheinungsbild, während die inneren Lagen den Aufbau, die Dicke und das Verhalten der Platte mitprägen. Je nach Anordnung der Faserrichtung, Holzart und Lagenstärke ergeben sich Unterschiede bei Verzug, Steifigkeit, Bearbeitbarkeit und Oberflächenruhe.
Typische Anwendungen in Innenausbau und Möbelbau
Eingesetzt werden Mehrschichtplatten dort, wo eine holzsichtige Oberfläche und ein definierter Plattenaufbau gefragt sind. Typische Anwendungen sind Möbelteile, Tablarböden, Fronten, Wand- und Deckenverkleidungen sowie Innenausbauelemente. Auch bei Bauteilen mit sichtbarer Kante werden sie verwendet, wenn der mehrlagige Aufbau gestalterisch oder konstruktiv mitgenutzt werden soll.
Ausprägungen nach Lagenzahl, Holzart und Oberflächenbild
Mehrschichtplatten unterscheiden sich unter anderem in der Anzahl der Lagen, in der gewählten Holzart und in der Qualität der Deckschichten. Je nach Produkt sind ruhige, homogene Oberflächen oder deutlich ausgeprägte Holzbilder möglich. Auch der Kantenaufbau, die Plattendicke und die Eignung für weitere Oberflächenbehandlungen wie Ölen, Lackieren oder Beschichten variieren.
Abgrenzung zu 3-Schichtplatten, Sperrholz und Tischlerplatten
Innerhalb der Plattenwerkstoffe ist Mehrschichtplatte ein mehrlagiger Aufbau, der über die 3-Schichtplatte hinausgeht. Im Unterschied zu 3-Schichtplatten umfasst die Bezeichnung Aufbauten mit mehr als drei Lagen. Von Sperrholzplatten unterscheiden sich Mehrschichtplatten je nach Produkt durch stärkere Holzlagen oder lamellenartige Aufbauten statt ausschliesslich dünner Furniere. Gegenüber Tischlerplatten fehlt die typische stabförmige Mittellage; der Aufbau ist flächig aus mehreren Lagen gebildet.