Was unter Bauspanplatten verstanden wird
Bauspanplatten bestehen aus verpressten Holzspänen mit Bindemitteln und werden als Plattenwerkstoff für den Baubereich verwendet. Sie sind auf Anwendungen ausgerichtet, bei denen eine ebene, flächige und masshaltige Platte benötigt wird. Je nach Produkt können Anforderungen an Festigkeit, Formstabilität, Feuchteverhalten oder Befestigungseignung unterschiedlich ausfallen. Massgebend sind deshalb immer die Angaben des Herstellers zur vorgesehenen Nutzung.
Typische Anwendungen im Baukontext
Bauspanplatten kommen als Beplankungen, Unterlagsplatten, Ausbauplatten oder als nicht sichtbare Trägerschichten zum Einsatz. Sie werden unter anderem in Boden-, Wand- und Dachaufbauten verwendet, sofern das jeweilige Produkt für diesen Zweck geeignet ist. Ebenfalls üblich sind Anwendungen im Innenausbau, bei temporären Konstruktionen oder bei einfachen, funktionalen Flächen ohne dekorativen Anspruch. Ob eine Platte für tragende oder feuchtebeanspruchte Bereiche verwendet werden kann, hängt vom konkreten Produkttyp ab.
Auswahl nach Aufbau, Kante und Einsatzbedingung
Bei der Auswahl von Bauspanplatten sind Dicke, Format, Rohdichte, Oberflächenbearbeitung und Kantenprofil relevant. Für bestimmte Einbausituationen werden stumpfe Kanten verwendet, in anderen Fällen sind Nut-und-Feder-Ausführungen sinnvoll, etwa bei flächigen Verlegearbeiten. Auch die Frage, ob die Platte sichtbar bleibt, weiter beschichtet wird oder nur als Unterkonstruktion dient, beeinflusst die Wahl. In Bereichen mit erhöhter Feuchte oder mit statischen Anforderungen ist zu prüfen, ob das Produkt dafür deklariert ist.
Abgrenzung zu anderen Plattenwerkstoffen
Innerhalb der Plattenwerkstoffe sind Bauspanplatten von allgemeinen Spanplatten und Rohspanplatten abzugrenzen: Diese bezeichnen häufig das Grundmaterial, während Bauspanplatten auf bauliche Anwendungen bezogen sind. Verlegeplatten sind eine speziellere Ausprägung für Bodenaufbauten, oft mit passendem Kantenprofil. OSB-Platten unterscheiden sich durch ihren Aufbau aus groberen, ausgerichteten Spänen, MDF-Platten durch ihre feinfaserige Struktur. Damit ist Bauspanplatten keine Sammelbezeichnung für alle Holzwerkstoffplatten, sondern eine baubezogene Gruppe innerhalb der Spanplatten.