Was unter Verjüngungsschlägen verstanden wird
Bei Verjüngungsschlägen wird der bestehende Waldbestand so behandelt, dass geeignete Licht-, Raum- und Konkurrenzverhältnisse für die Verjüngung entstehen. Der Eingriff kann in mehreren Etappen erfolgen, damit sich junge Bäume unter einem Restschirm entwickeln oder auf neu geöffneten Flächen ansamen. Fachlich geht es nicht nur um die Nutzung des Altbestands, sondern um den Übergang von einer Bestandesgeneration zur nächsten.
Typische Einsatzsituationen im Wald
Verjüngungsschläge werden eingesetzt, wenn ein Bestand in die Erneuerungsphase kommt oder wenn die vorhandene Struktur die gewünschte Verjüngung nicht mehr ausreichend zulässt. Massgebend sind unter anderem Lichtbedarf der Zielbaumarten, Stabilität des Altbestands, Schutzfunktion des Waldes und die Frage, ob eine natürliche Ansamung zu erwarten ist. Auch Mischungsziele und die räumliche Verteilung der Verjüngung beeinflussen, wie gross und wie stark einzelne Eingriffe ausfallen.
Formen und räumliche Ausprägungen
Verjüngungsschläge können kleinflächig, gruppenweise, streifenförmig oder über einen Schirm organisiert werden. Je nach Verfahren bleibt zunächst ein Teil des Altbestands stehen, um Schutz, Beschattung oder Samenanflug zu sichern; in anderen Fällen wird stärker geöffnet, damit lichtbedürftige Baumarten Fuss fassen können. Die konkrete Ausprägung hängt davon ab, ob eine gleichmässige Verjüngung, eine stufige Struktur oder eine Mischung verschiedener Baumarten angestrebt wird.
Abgrenzung zu anderen Leistungen der Waldbewirtschaftung
Verjüngungsschläge unterscheiden sich von Durchforstungsschlägen, die vor allem der Stabilisierung, Qualitätslenkung und Förderung vorhandener Bestände dienen. Gegenüber der Holzerei bezeichnen sie nicht primär den technischen Holzernteprozess, sondern den waldbaulichen Zweck des Eingriffs. Wenn nach dem Eingriff keine ausreichende Naturverjüngung entsteht, schliesst oft eine Bestandesbegründung an; die anschliessende Pflege der jungen Bäume fällt dagegen in den Bereich der Jungwaldpflege. Wildschadenverhütung begleitet Verjüngungsschläge häufig, ist aber eine eigene Leistung mit Fokus auf den Schutz der jungen Verjüngung.