Funktion der Magazinierung im Materialfluss
Magazinierung hält Material nicht nur vor, sondern stellt es in einer definierten Form bereit. Dazu gehören das Aufnehmen, Stapeln, Lagern, Entstapeln oder lagegerechte Abgeben von Teilen und Trägern. Solche Einrichtungen werden dort eingesetzt, wo Bauteile in einer bestimmten Reihenfolge, Orientierung oder Stückzahl verfügbar sein müssen. Sie verbinden oft einen unregelmässigen Bereitstellungsprozess mit einer gleichmässigen Weiterverarbeitung in der Anlage.
Typische Anwendungen an Montage- und Handhabungsanlagen
Magazinierungen finden sich an Montageplätzen, Verpackungslinien, Zuführstrecken und automatisierten Handhabungssystemen. Verarbeitet werden häufig Werkstücke mit definierter Geometrie, Trays, Blister, Werkstückträger oder gestapelte Einzelteile. Auch Leergut, Zwischenlagen oder Hilfsträger können magaziniert werden, wenn sie in wiederkehrender Form bereitgestellt werden müssen. Entscheidend ist, dass die Entnahme kontrolliert in den nachfolgenden Prozess eingebunden werden kann.
Bunker, Magazine und Magaziniereinrichtungen
Innerhalb der Magazinierung lassen sich verschiedene Ausprägungen unterscheiden. Bunker dienen meist der Bevorratung grösserer Mengen und können als Vorstufe für nachgelagerte Zuführ- oder Vereinzelungssysteme ausgelegt sein. Magazine halten Teile geordnet, etwa gestapelt, gereiht oder in Trägern angeordnet, damit sie direkt entnommen oder weitertransportiert werden können. Magaziniereinrichtungen ergänzen diese Funktionen um Mechanik oder Automatisierung, beispielsweise für das Beschicken, Wechseln, Ausheben oder Entleeren von Magazinen.
Abgrenzung zu Zuführung, Sortierung und Zwischenpufferung
Magazinierung ist von benachbarten Leistungen innerhalb der Handling- und Montagetechnik abzugrenzen. Im Unterschied zu Zuführeinheiten oder Entwirrgeräten steht nicht die aktive Ausrichtung loser Teile im Vordergrund, sondern ihre geordnete Bereitstellung. Gegenüber Sortiereinrichtungen geht es nicht um das Trennen nach Merkmalen, sondern um das Aufnehmen und Bereithalten für den Prozess. Auch ein Zwischenpuffer erfüllt eine andere Aufgabe: Er gleicht vor allem Taktunterschiede aus, während Magazinierung auf strukturierte Bevorratung und kontrollierte Entnahme ausgelegt ist.