Funktionsprinzip von Rohrpostanlagen
Eine Rohrpostanlage besteht aus Sendebehältern, Rohrleitungen, Ein- und Ausgabestationen sowie der Antriebseinheit für den Luftstrom. Die Sendung wird in einen Träger eingelegt und über das Rohrsystem zur vorgesehenen Station befördert. Je nach Auslegung kommen Weichen, Steuerungen und Rückführungen für leere Behälter hinzu. Entscheidend ist, dass die Anlage auf klar definierte Sendungsgrössen und Transportwege ausgelegt wird.
Einsatzbereiche im innerbetrieblichen Materialfluss
Rohrpostanlagen werden dort eingesetzt, wo kleine Sendungen schnell, geschützt und ohne manuelle Laufwege zwischen festen Punkten bewegt werden sollen. Typische Anwendungen sind der Transport von Belegen, Laborproben, Bargeldbehältern, Medikamenten, Mustern oder kleinen Ersatzteilen. Im Umfeld von Intralogistik und Lagerlogistik eignen sie sich vor allem für Nebenprozesse, bei denen kurze Transportzeiten und nachvollziehbare Übergabepunkte gefragt sind. Für grössere Stückgüter oder kontinuierliche Materialströme sind andere Fördersysteme geeigneter.
Anlagenaufbau und technische Ausprägungen
Rohrpostanlagen können als Punkt-zu-Punkt-Verbindung oder als Netz mit mehreren Stationen aufgebaut sein. Die Planung betrifft unter anderem Rohrführung, Anzahl Stationen, Behälterformate, Steuerung, Priorisierung von Sendungen und Einbindung in bestehende Betriebsabläufe. Je nach Anforderung sind einfache manuelle Anlagen oder komplexere Systeme mit automatischer Zielwahl, Quittierung und Betriebsüberwachung möglich. Die konkrete Ausführung richtet sich nach Gebäudegeometrie, Sendungsart und gewünschter Prozesssicherheit.
Abgrenzung zu Druckförderern und Saugförderern
Rohrpostanlagen gehören zur übergeordneten Gruppe der pneumatischen Förderer, unterscheiden sich jedoch klar von Druckförderern und Saugförderern. Druckförderer und Saugförderer werden in der Regel für Pulver, Granulate oder andere Schüttgüter eingesetzt, die kontinuierlich oder chargenweise durch Leitungen bewegt werden. Rohrpostanlagen transportieren hingegen einzelne Behälter mit definiertem Inhalt von Station zu Station. Innerhalb der Hierarchie sind sie deshalb keine Lösung für Massengutförderung, sondern für den gezielten Versand kleiner Einheiten im Gebäude oder auf dem Betriebsgelände.