Was Frischelogistik organisatorisch umfasst
Frischelogistik deckt die gesamte Prozesskette für frische und empfindliche Waren ab. Dazu gehören Beschaffung, Wareneingang, Lagerbewirtschaftung, Kommissionierung, Tourenplanung, temperaturgeführter Transport sowie die Übergabe an Handel, Gastronomie oder Weiterverarbeitung. Entscheidend sind stabile Prozesszeiten, geeignete Verpackung, nachvollziehbare Warenbewegungen und eine Handhabung, die Qualität, Haltbarkeit und Produktsicherheit nicht beeinträchtigt.
Typische Warenströme in der Frischelogistik
Einsatzbereiche finden sich vor allem bei Obst und Gemüse, Molkereiprodukten, Frischfleisch, Fisch, Backwaren, Frische-Convenience und ähnlichen Sortimenten mit engem Zeitfenster. Häufig verbindet Frischelogistik Produzenten, Grosshandel, Verteilzentren, Filialnetze, Gastronomiebetriebe und Gemeinschaftsverpflegung. Charakteristisch sind hohe Lieferfrequenzen, schwankende Bedarfe, saisonale Spitzen und ein enger Takt zwischen Bereitstellung und Auslieferung.
Temperaturführung, Umschlag und Prozessvarianten
Je nach Produkt unterscheiden sich Frischelogistik-Konzepte in Temperaturbereich, Verpackungsform, Haltbarkeitsfenster und Liefermodell. Verbreitet sind gekühlte Lagerung, Cross-Docking, direkte Filialbelieferung, mehrstufige Verteilung sowie Transporte mit getrennten Temperaturzonen für Mischsortimente. Auch Rückverfolgbarkeit, Chargenführung, Mindesthaltbarkeiten und der Umgang mit Retouren oder Verderb beeinflussen die Ausgestaltung der Prozesse.
Abgrenzung zu Lebensmittellogistik und Tiefkühllogistik
Frischelogistik ist enger gefasst als Lebensmittellogistik. Während Lebensmittellogistik auch trockene, haltbare oder weniger zeitkritische Sortimente einschliesst, konzentriert sich Frischelogistik auf verderbliche und frische Waren mit kurzer Reaktionszeit. Von Tiefkühllogistik unterscheidet sie sich durch die Anforderungen an nicht gefrorene, aber temperaturgeführte Produkte. Gegenüber Distributionslogistik oder Lagerlogistik wird Frischelogistik nicht über die Funktion, sondern über die Empfindlichkeit und Haltbarkeit der Güter definiert.