Welche Prozesse zur Entsorgungslogistik gehören
Zur Entsorgungslogistik zählen die innerbetriebliche Sammlung, die Trennung nach Stoffarten, die Bereitstellung in geeigneten Behältern, die Organisation von Abholungen und die Steuerung der weiteren Stoffströme. Je nach Standort kommen Zwischenlagerung, Verdichtung, Umschlag oder konsolidierte Transporte hinzu. Auch Dokumentation, Nachverfolgbarkeit und die Abstimmung mit Entsorgern, Verwertern und internen Fachbereichen sind Teil des Prozesses.
Typische Einsatzfelder bei Betrieben und Standorten
Entsorgungslogistik ist überall relevant, wo regelmässig verwertbare oder zu behandelnde Reststoffe anfallen. Dazu gehören Produktionsstandorte, Lager- und Umschlagbetriebe, Handelsunternehmen, Filialnetze, Werkhöfe, Gesundheits- und Laborumgebungen sowie mehrstufige Rücknahmesysteme. Besonders aufwendig wird die Planung bei vielen Fraktionen, schwankenden Mengen, beschränkten Flächen oder mehreren beteiligten Dienstleistern.
Organisationsformen und stoffstrombezogene Ausprägungen
Die Ausgestaltung richtet sich nach Art, Menge und Herkunft der Stoffe. Üblich sind zentrale oder dezentrale Sammelstellen, feste Entsorgungsrhythmen oder bedarfsorientierte Abholungen sowie getrennte Prozesse für Wertstoffe, Reststoffe und sensibel zu behandelnde Materialien. In manchen Fällen steht die Rückgewinnung von Wertstoffen im Vordergrund, in anderen die sichere und nachvollziehbare Ausschleusung aus dem Betrieb. Auch Mehrstandortlösungen mit einheitlichen Behälter-, Kennzeichnungs- und Meldeprozessen gehören dazu.
Abgrenzung zu anderen Logistikbereichen
Im Unterschied zur Beschaffungslogistik steuert Entsorgungslogistik keine Zuflüsse in den Betrieb, sondern Abflüsse aus Nutzung, Produktion oder Verbrauch. Gegenüber der Distributionslogistik geht es nicht um die Auslieferung an Kunden, sondern um den Weg zu Sortierung, Verwertung, Behandlung oder Entsorgung. Zur Gefahrengutlogistik besteht eine Schnittstelle, wenn Stoffe besondere Transportanforderungen haben; Entsorgungslogistik ist jedoch breiter und umfasst auch unkritische Rest- und Wertstoffe. Von Baulogistik unterscheidet sie sich durch den Fokus auf Abfall- und Rückführungsströme statt auf Baustellenversorgung und Bauabläufe.