Was bei Schüttgutdosieranlagen geplant und ausgeführt wird
Bei Schüttgutdosieranlagen geht es um die kontrollierte Entnahme aus Behältern, Silos oder Bunkern und die geregelte Abgabe an Förderstrecken, Verwiegungen, Abfüllungen oder Prozessschritte. In der Projektierung werden Materialverhalten, gewünschter Durchsatz, Dosierart, Steuerung und die Schnittstellen zur übrigen Anlage aufeinander abgestimmt. Die Ausführung umfasst je nach Aufgabenstellung die mechanischen Komponenten, Mess- und Steuerungstechnik sowie die Einbindung in das vorhandene Anlagenlayout.
Typische Einsatzbereiche in Transport, Umschlag und Prozessbeschickung
Schüttgutdosieranlagen kommen dort zum Einsatz, wo feste Massenströme nicht nur gefördert, sondern mengenmässig definiert bereitgestellt werden müssen. Das betrifft etwa die Beschickung von Förderlinien, die dosierte Aufgabe in Verlade- oder Verpackungsprozesse, die Entnahme aus Lagerbehältern oder die geregelte Versorgung nachgelagerter Verfahrensschritte. Relevant sind sie insbesondere bei wechselnden Materialeigenschaften, engen Taktungen oder Anforderungen an reproduzierbare Chargen und Durchsatzwerte.
Ausführungen nach Dosierprinzip, Material und Anlagenaufbau
Schüttgutdosieranlagen können kontinuierlich oder chargenweise arbeiten. Je nach Anforderung kommen volumetrische oder gravimetrische Dosierprinzipien in Betracht. Die konstruktive Ausführung richtet sich nach Eigenschaften wie Korngrösse, Fliessverhalten, Feuchtigkeit oder Staubentwicklung des Schüttguts. Entsprechend werden unterschiedliche Austrags- und Dosierelemente eingesetzt, etwa Schnecken-, Band-, Vibrations- oder Schleusensysteme, sowie passende Behältergeometrien und Steuerungskonzepte vorgesehen.
Abgrenzung zu verwandten Anlagenleistungen
Innerhalb der übergeordneten Leistung "Projektierung, Planung und Ausführung von Anlagen" sind Schüttgutdosieranlagen auf die definierte Mengenabgabe von Feststoffen ausgerichtet. Gegenüber "Dosieranlagen und Mischanlagen" liegt der Schwerpunkt nicht auf dem Zusammenführen und Homogenisieren mehrerer Komponenten, sondern auf der dosierten Aufgabe einzelner oder klar abgegrenzter Schüttgutströme. Von pneumatischen Förderanlagen, Siloförderanlagen oder Mühlenförderanlagen unterscheiden sie sich dadurch, dass der Transportweg nicht die Hauptfunktion ist. Gegenüber der Projektierung und Ausführung von Gesamtanlagen ist der Leistungsgegenstand enger auf die Dosierfunktion und deren Einbindung beschränkt.