Was Planungssysteme und Simulationssysteme in der Logistik leisten
Diese Systeme erfassen logistische Prozesse in Modellen, Regeln und Parametern. Abgebildet werden je nach Einsatzfall etwa Transportketten, Lagerbewegungen, Umschlagprozesse, Ressourcenauslastungen oder Reihenfolgen in der Auftragsabwicklung. Planungssysteme helfen dabei, Soll-Prozesse zu entwerfen und Kapazitäten zu dimensionieren, während Simulationssysteme das erwartete Verhalten unter definierten Bedingungen berechnen. Dadurch lassen sich Auswirkungen von Veränderungen prüfen, ohne unmittelbar in den laufenden Betrieb einzugreifen.
Typische Einsatzbereiche von der Standortplanung bis zur Prozessauslegung
Eingesetzt werden Planungssysteme und Simulationssysteme unter anderem bei Neuplanungen von Lager- und Distributionsstrukturen, bei Erweiterungen bestehender Anlagen, bei der Auslegung von Transport- und Förderstrecken sowie bei der Bewertung von Personal- und Betriebsmittelbedarf. Auch für Touren- und Flächenkonzepte, Pufferdimensionierungen oder die Abstimmung zwischen Wareneingang, Kommissionierung und Versand sind solche Werkzeuge relevant. In Produktions- und Intralogistikumgebungen werden sie zudem genutzt, um Schnittstellen zwischen Materialfluss, Bereitstellung und internen Transporten zu analysieren.
Modelle, Szenarien und Ausprägungen der Systeme
Je nach Fragestellung kommen unterschiedliche Ausprägungen zum Einsatz. Dazu gehören statische Planungsmodelle für Kapazitäten und Flächen, dynamische Simulationsmodelle für zeitabhängige Abläufe sowie Szenariovergleiche für Mengenentwicklungen, Störungen oder alternative Prozessregeln. Häufig werden Varianten mit unterschiedlichen Annahmen zu Durchsatz, Beständen, Transportzeiten oder Ressourceneinsatz gegenübergestellt. Das Ergebnis sind keine festen Vorgaben, sondern belastbare Annäherungen, mit denen Engpässe, Wechselwirkungen und Reserven sichtbar werden.
Abgrenzung zu Leitsystemen, Diagnosesystemen und operativer Logistiksoftware
Innerhalb der übergeordneten Leistung "Abläufe, Leitsysteme und Planung" sind Planungssysteme und Simulationssysteme vor allem für die konzeptionelle und analytische Ebene zuständig. Leitsysteme steuern oder koordinieren den laufenden Betrieb, während Diagnosesysteme Abweichungen, Fehlerzustände oder technische Zustände erkennen. Software-Lösungen für Lager und Logistik sowie Warenwirtschaftssysteme unterstützen operative Prozesse und Stammdatenführung. Logistiksystemplanung sowie die Projektierung, Planung und Ausführung von Anlagen gehen über die reine Modellierung hinaus, weil sie konkrete technische Umsetzung und Realisierung einschliessen.