Was beim Lohnentlacken bearbeitet wird
Lohnentlacken umfasst das kontrollierte Abtragen bestehender Beschichtungen von Holzoberflächen. Ziel ist nicht nur die Entfernung der sichtbaren Schicht, sondern auch eine Bearbeitung, die das Bauteil für nachfolgende Schritte brauchbar hält. Dabei werden unter anderem Holzart, Furnieraufbau, Profilierung, Kanten, Verleimungen und der Zustand des Untergrunds berücksichtigt. Je nach Werkstück kann auch zu prüfen sein, ob einzelne Bereiche geschont oder unterschiedlich behandelt werden müssen.
Typische Einsatzfälle in der Holzverarbeitung
Die Leistung wird eingesetzt, wenn lackierte oder beschichtete Holzteile nicht direkt weiterbearbeitet werden können. Das betrifft etwa die Aufarbeitung von Türen, Fensterteilen, Möbelkomponenten, Innenausbauteilen oder Serienwerkstücken mit fehlerhaften Altanstrichen. Auch bei der Instandsetzung, bei Umnutzungen oder vor einer materialgerechten Neubehandlung kann das Entfernen alter Schichten erforderlich sein. Im Unterschied zu einer reinen Oberflächenveredelung steht hier nicht der Neuauftrag, sondern die Freilegung oder Reinigung des vorhandenen Trägermaterials im Vordergrund.
Verfahren und Grenzen der Entlackung
Für das Lohnentlacken kommen je nach Aufgabe mechanische, thermische oder chemische Verfahren infrage. Die Wahl hängt davon ab, wie stark die Beschichtung haftet, wie empfindlich das Holz reagiert und ob Profile, Vertiefungen oder grossflächige Ebenen bearbeitet werden. Nicht jedes Verfahren eignet sich für furnierte Teile, verleimte Konstruktionen oder masshaltige Präzisionsbauteile. Deshalb ist die Abstimmung zwischen Beschichtungsart, Untergrund und gewünschtem Oberflächenzustand ein wesentlicher Teil der Leistung.
Abgrenzung zu anderen Lohnarbeiten
Innerhalb der Hierarchie der Lohnarbeiten beschreibt Lohnentlacken einen vorgelagerten Bearbeitungsschritt an bereits beschichteten Teilen. Es unterscheidet sich von Lohnlackieren und Lohnbeschichten, bei denen neue Schichten aufgebracht werden. Gegenüber CNC-Lohnarbeiten oder Lohnabbund geht es nicht um spanende Formgebung, sondern um das Entfernen vorhandener Oberflächensysteme. Auch von Lohnfurnieren oder Lohnkonfektion grenzt sich die Leistung klar ab, weil der Schwerpunkt auf der Substanzfreilegung und nicht auf dem Aufbau oder der Montage liegt.