Wie Holzlasuren auf der Oberfläche wirken
Holzlasuren bilden keine vollständig deckende Farbschicht wie Lacke oder deckende Anstriche. Sie dringen je nach System unterschiedlich tief in das Holz ein oder bilden einen mehr oder weniger ausgeprägten Film an der Oberfläche. Dadurch bleibt die Holzstruktur sichtbar, während die Oberfläche gegen äussere Einflüsse geschützt wird. Die konkrete Schutzwirkung hängt von der Formulierung, der Pigmentierung und dem vorgesehenen Einsatzbereich ab.
Einsatzbereiche bei sichtbaren Holzoberflächen
Verwendet werden Holzlasuren bei Bauteilen und Elementen, bei denen die natürliche Holzoptik erhalten bleiben soll. Typische Anwendungen sind Fassadenbekleidungen, Schalungen, Zäune, Pergolen, Sichtschutzelemente oder Holzverkleidungen. Im Innenbereich kommen sie unter anderem bei Wandverkleidungen, Decken oder Möbelteilen zum Einsatz, sofern das jeweilige Produkt dafür vorgesehen ist. Für Aussenanwendungen sind Witterung, Feuchtebelastung und UV-Einwirkung bei der Produktauswahl besonders relevant.
Unterschiede nach Schichtbildung und Erscheinungsbild
Holzlasuren werden häufig nach ihrer Schichtbildung unterschieden. Dünnschichtlasuren sind in der Regel offenporiger und werden vor allem dort eingesetzt, wo Feuchte aus dem Holz leichter wieder entweichen soll. Dickschichtlasuren bilden einen stärkeren Oberflächenfilm und werden je nach Produkt bei masshaltigen oder begrenzt masshaltigen Bauteilen verwendet. Daneben unterscheiden sich Lasuren in Farbton, Pigmentgehalt, Glanzgrad und Bindemittelsystem. Pigmentierte Lasuren verändern das Erscheinungsbild stärker als farblose, können aber je nach Zusammensetzung auch einen weitergehenden Schutz gegen lichtbedingte Veränderungen bieten.
Abgrenzung zu anderen Holzschutzmitteln
Holzlasuren gehören zur Oberflächenbearbeitung und unterscheiden sich von Grundiermitteln, die vor allem der Vorbereitung des Untergrunds oder der Systemhaftung dienen. Gegenüber Lichtschutzmitteln oder Ligninschutzmitteln sind Lasuren breiter auf die sichtbare Endoberfläche ausgerichtet und verbinden Schutz mit einer dekorativen Wirkung. Von Holzschutzmitteln gegen tierische oder pflanzliche Schädlinge grenzen sie sich dadurch ab, dass sie nicht primär für eine biozide Schutzfunktion stehen. Graffitischutz ist ebenfalls separat zu betrachten, weil er auf die spätere Reinigung unerwünschter Beschriftungen abzielt und nicht auf die typische Veredelung von Holzoberflächen.