Was unter Holzgerüsten in der Zimmerei verstanden wird
Ein Holzgerüst ist eine vorübergehende Konstruktion aus Kanthölzern, Brettern, Bohlen oder vorgefertigten Holzelementen. Es kann als Arbeitsgerüst, Schutzgerüst, Hilfskonstruktion oder Montagegerüst ausgebildet sein. Anders als serienmässige Systemgerüste aus Metall entstehen Holzgerüste häufig aus der konkreten Bausituation heraus, etwa bei unregelmässigen Anschlüssen, engen Platzverhältnissen oder bei Arbeiten an Holzkonstruktionen. Entscheidend sind die geplante Nutzung, die Auflagerung, die Lastabtragung und die Dauer des Einsatzes.
Typische Einsatzbereiche auf Baustellen und im Bestand
Gerüste aus Holz werden bei Umbauten, Instandsetzungen, Dacharbeiten, Fassadenarbeiten oder im Innenausbau eingesetzt, wenn temporäre Arbeits- oder Zugangsebenen erforderlich sind. Im Bestand können sie dort sinnvoll sein, wo bestehende Konstruktionen berücksichtigt und individuell abgestützt werden müssen. Auch bei kleineren Bauvorhaben, provisorischen Zugängen oder ergänzenden Hilfskonstruktionen innerhalb einer Zimmereileistung kommen Holzgerüste vor. Ihre Ausführung richtet sich nach Höhe, Spannweite, Nutzung und den vorhandenen Anschlussmöglichkeiten am Bauwerk.
Konstruktive Ausführungen und projektbezogene Unterschiede
Holzgerüste können als einfache Standgerüste, ausgesteifte Rahmenkonstruktionen, Arbeitsbühnen oder abgestützte Hilfsgerüste ausgeführt werden. Je nach Situation bestehen sie aus Vollholz, Bretterlagen, Belägen und Verbindungsmitteln, die für den temporären Einsatz geeignet sind. Bei Aussenanwendungen sind Witterung, Feuchtigkeit und die Dauer der Nutzung zu berücksichtigen. Projektbezogen unterscheiden sich Holzgerüste vor allem in der Tragstruktur, der Belagsausbildung, den seitlichen Sicherungen und der Art, wie sie an bestehende Bauteile anschliessen oder von ihnen entkoppelt werden.
Abgrenzung zu Podesten, Plattformen und Betonschalungen
Gerüste aus Holz dienen in erster Linie dem temporären Zugang und dem Arbeiten an Bauwerken. Podeste und Plattformen sind dagegen meist einzelne, klar begrenzte Stand- oder Übergangsflächen und nicht zwingend als Gerüstsystem ausgelegt. Von Betonschalungen unterscheiden sich Holzgerüste durch ihren Zweck: Schalungen formen Beton, Gerüste tragen Personen, Arbeitsmittel oder temporäre Baulasten im Rahmen der Ausführung. Auch gegenüber Brücken, Stegen oder Abschrankungen ist die Funktion anders, da diese Bauteile eher auf Durchgang, Überquerung oder Abgrenzung ausgelegt sind als auf einen umfassenden Arbeitszugang.