Wie Gleitbeschläge aufgebaut sind
Gleitbeschläge bestehen je nach System aus Führungen, Lauf- oder Gleitelementen, Anschlägen und gegebenenfalls Dämpfungs- oder Einzugsfunktionen. Sie halten bewegliche Teile auf einer definierten Bahn und begrenzen das Spiel zwischen festem Korpus und bewegtem Element. Im Unterschied zu schwenkenden Beschlägen steht nicht die Drehbewegung, sondern die kontrollierte Verschiebung im Vordergrund.
Typische Anwendungen in Schreinerei und Innenausbau
Verwendet werden Gleitbeschläge bei Möbeln mit verschiebbaren Fronten, bei Auszügen, bei gleitenden Abdeckungen sowie bei funktionalen Elementen im Laden- und Innenausbau. Auch bei platzsparenden Lösungen, bei denen ein schwenkender Flügel stören würde, sind sie naheliegend. Die Auslegung richtet sich nach Bauteilgrösse, Gewicht, Nutzungshäufigkeit und der gewünschten Laufruhe.
Ausführungen nach Führung, Laufverhalten und Montage
Gleitbeschläge unterscheiden sich unter anderem durch sichtbare oder verdeckte Führung, obere oder untere Lastabtragung sowie durch einfache oder mehrteilige Auszugssysteme. Je nach Anwendung kommen rollende oder gleitende Führungsprinzipien zum Einsatz. Zusätzlich gibt es Systeme mit Dämpfung, Selbsteinzug oder definierten Endlagen, wenn Bewegungen gebremst oder sauber geschlossen werden sollen.
Abgrenzung zu Schiebetür- und Drehflügelbeschlägen
Innerhalb der Beschläge decken Gleitbeschläge allgemein lineare Bewegungen von Bauteilen ab. Schiebetürbeschläge beziehen sich enger auf Türsysteme mit entsprechender Türführung und den dafür nötigen Komponenten. Drehflügelbeschläge und Drehflügelkippbeschläge sind dagegen für drehende oder kombinierte Öffnungsbewegungen ausgelegt. Gleitbeschläge werden deshalb dort eingeordnet, wo die lineare Führung selbst im Zentrum steht und nicht die Türfunktion.