Wie Kopierfräsmaschinen Konturen übertragen
Kopierfräsmaschinen sind für Fräsarbeiten ausgelegt, bei denen eine definierte Form auf weitere Werkstücke übertragen wird. Die Formvorgabe erfolgt über ein Musterteil oder eine Schablone; eine Abtasteinrichtung führt die Bearbeitung entlang dieser Vorlage. So lassen sich identische Radien, Ausschnitte, Kantenverläufe oder Formteile mit gleichbleibender Geometrie herstellen. Anders als bei klassischen Kehl- oder Profilfräsverfahren steht nicht ein durchgehender Profilquerschnitt im Vordergrund, sondern die nachgeführte Kontur.
Typische Werkstücke und Fertigungssituationen
Eingesetzt werden Kopierfräsmaschinen bei Werkstücken, deren Form nicht allein über gerade Vorschubbewegungen erzeugt wird. Dazu gehören beispielsweise geschwungene Bauteile, wiederkehrende Ausschnitte, Formteile aus Massivholz oder konturgefräste Teile aus Holzwerkstoffen. Sie eignen sich vor allem dann, wenn mehrere Werkstücke dieselbe Aussen- oder Innenkontur erhalten sollen. In der Praxis reduziert das den Aufwand für wiederholtes Anzeichnen und unterstützt eine einheitliche Formgebung innerhalb einer Serie.
Modellgesteuerte und schablonengesteuerte Ausführungen
Bei modellgesteuerten Kopierfräsmaschinen dient ein vorhandenes Muster oder ein Formmodell als Vorgabe für die Bearbeitung. Schablonengesteuerte Maschinen arbeiten mit einer separat hergestellten Vorlage, welche die gewünschte Kontur definiert. Welche Ausführung geeignet ist, hängt von der Werkstückgeometrie, der Stückzahl und dem Aufwand für die Vorlagenerstellung ab. Relevant ist auch, wie häufig Konturen gewechselt werden und wie genau die Form reproduziert werden muss.
Abgrenzung zu anderen Fräs- und Kehlmaschinen
Innerhalb des Bereichs Fräsen und Kehlen unterscheiden sich Kopierfräsmaschinen klar von Maschinen für lineare oder durchlaufende Bearbeitungen. Einseitige, zweiseitige oder vierseitige Fräs- und Kehlmaschinen bearbeiten in der Regel Werkstücklängen mit festem Profil, während Nutfräsmaschinen auf Nuten und Querprofilfräsmaschinen auf stirnseitige oder quer verlaufende Profile ausgerichtet sind. Oberfräsmaschinen sind flexibler für allgemeine Fräsaufgaben, übernehmen aber nicht zwingend dieselbe wiederholgenaue Konturübertragung wie eine Kopierfräsmaschine. Kopierfräsmaschinen sind deshalb die passende Kategorie, wenn die Form von einer Vorlage auf mehrere Werkstücke übertragen werden soll.