Funktion im Spritzstand
Diese Maschinen übernehmen den Lackauftrag mittels Spritztechnik innerhalb eines Spritzstands. Je nach Ausführung erfolgt der Auftrag manuell geführt, teilautomatisiert oder als automatisierter Prozess mit fest definiertem Werkstücklauf. Der Spritzstand bildet dabei den verfahrenstechnischen Rahmen für Luftführung, Absaugung, Filterung und die kontrollierte Verarbeitung des Beschichtungsstoffs. Die Maschine ist daher nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil einer auf Spritzapplikation ausgelegten Anlage.
Typische Anwendungen in der Holzbearbeitung
Verwendet werden Lackauftragmaschinen für Spritzstände bei Möbelteilen, Fronten, Türen, Leisten, Rahmen oder anderen Holz- und Holzwerkstoffteilen mit komplexer Geometrie. Das Verfahren eignet sich besonders für Bauteile, deren Form einen flächigen Auftrag mit Giess-, Tauch- oder Walzsystemen erschwert. Auch bei wechselnden Werkstückformaten, sichtseitigen Oberflächen und differenzierten Schichtaufbauten ist der Einsatz im Spritzstand üblich. Damit lassen sich Grundierungen, Zwischen- und Decklacke prozessgerecht in den jeweiligen Bearbeitungsschritt einordnen.
Ausprägungen und Anlagenkonzepte
Im Bereich der Spritzstände gibt es unterschiedliche Anlagenkonzepte, etwa für Einzelteile, Serienfertigung oder wechselnde Losgrössen. Relevant sind unter anderem die Art der Werkstückzuführung, die Positionierung im Spritzbereich, die Zahl und Anordnung der Spritzaggregate sowie die Einbindung in Trocknungs- oder Förderstrecken. Je nach Beschichtungsstoff und Reinigungsanforderung unterscheiden sich auch die Anforderungen an Materialversorgung und Farbwechsel. Für die Auswahl ist deshalb weniger der Begriff Spritzstand allein ausschlaggebend als die konkrete Kombination aus Werkstück, Beschichtungsstoff und Durchsatz.
Abgrenzung zu anderen Lackauftragmaschinen
Innerhalb der Hierarchie gehören Lackauftragmaschinen für Spritzstände zu den Lackauftragmaschinen und damit zu den Anlagen für das Auftragen haftender Schichten in der Holzbearbeitung. Gegenüber Lackauftragmaschinen zum Giessen, Tauchen, Walzen oder Walzgiessen steht hier die gezielte Applikation durch Spritzauftrag im Vordergrund, nicht das Durchlaufen eines Materialbads oder der Auftrag über Walzen. Von allgemeinen Lackauftragmaschinen zum Spritzen unterscheidet sich diese Leistung durch den festen Bezug auf den Spritzstand als Anlagenumgebung. Gemeint ist also nicht jede Spritzmaschine, sondern eine auf den Betrieb im Spritzstand abgestimmte Lösung.