Konstruktionsprinzip textiler Fassadenmembranen
Bei textilen Membranen besteht die Fassadenfläche aus einem textilen Trägermaterial oder Gewebe, das über Randabschlüsse, Keder, Seile, Profile oder Rahmen vorgespannt befestigt wird. Die Fläche arbeitet im Zug und benötigt deshalb eine konstruktiv klar definierte Unterkonstruktion. Je nach Material und Aufbau kann die Membran blickdicht, transluzent oder offen strukturiert sein. Im Fassadenbereich geht es dabei nicht nur um die äussere Erscheinung, sondern auch um Verschattung, Witterungsschutz, Sichtschutz oder die Ausbildung einer vorgelagerten Gebäudehülle.
Einsatzbereiche an Gebäudehüllen
Textile Membranen kommen dort zum Einsatz, wo grosse, leichte Fassadenflächen oder vorgehängte Schichten gefragt sind. Typisch sind Fassaden mit zweiter Haut, grossformatige Abschirmungen vor Glasflächen, offene Hüllen bei Parkbauten oder Sportanlagen sowie architektonisch frei geformte Gebäudezonen. Auch bei Bestandsgebäuden können Membransysteme eingesetzt werden, wenn eine zusätzliche Fassadenebene geschaffen werden soll, ohne mit schweren Bekleidungen zu arbeiten. Der konkrete Einsatz hängt davon ab, ob eine geschlossene Fassadenwirkung oder eine belüftete, durchlässige Lösung benötigt wird.
Ausprägungen nach Gewebe, Offenheit und Befestigung
Im Fassadenbau lassen sich textile Membranen unter anderem nach ihrer Materialwirkung und Systemausbildung unterscheiden. Geschlossene Membranbahnen bilden eher flächige, zusammenhängende Hüllen, während offene Gewebe eine durchlässige Fassadenstruktur erzeugen. Daneben unterscheiden sich Systeme in der Lichtdurchlässigkeit, in der Oberflächenwirkung und in der Art der Vorspannung. Relevant sind zudem die Randdetails: Je nach Konstruktion werden Membranflächen in Einzelfeldern, über grossformatige Spannweiten oder als bewegliche beziehungsweise austauschbare Elemente ausgeführt.
Abgrenzung zu Glas, Metall, Naturstein und Putzfassade
Innerhalb der materialbezogenen Fassadenarten stehen textile Membranen für leichte, zugbeanspruchte Flächen und nicht für starre Bekleidungen. Im Unterschied zu Glas entstehen keine massiven transparenten Abschlussebenen mit klassischem Scheibenaufbau. Gegenüber Metall- oder Natursteinfassaden ist das Eigengewicht deutlich geringer, dafür ist die Formstabilität an Vorspannung und Unterkonstruktion gebunden. Zur Putzfassade besteht der Unterschied vor allem im Schichtenaufbau: Textile Membranen sind eigenständige gespannte Systeme oder Vorsatzebenen und keine direkt aufgebrachte Fassadenbeschichtung.