Was unter Paketsystemen im Förderbereich verstanden wird
Paketsysteme fördern einzelne Versandstücke innerhalb von Verteilzentren, Hubs, Lagern oder Versandbereichen. Typisch sind Kartons, Versandtaschen oder andere paketfähige Einheiten, die auf definierten Strecken zu Pufferzonen, Arbeitsplätzen oder Sortierpunkten transportiert werden. Die Auslegung berücksichtigt unter anderem Formatstreuung, Gewichtsverteilung, Oberflächenbeschaffenheit, Spurwechsel, Stauverhalten und die Übergabe an Scanner oder Sorter.
Einsatz in Paketlogistik, E-Commerce und Intralogistik
Solche Anlagen kommen dort zum Einsatz, wo Pakete in grosser Zahl erfasst, konsolidiert, verteilt oder sequenziert werden. Dazu gehören Paketzentren, Fulfillment-Standorte, Versandlager, Retourenbereiche und Umschlagzonen. Je nach Prozess dienen die Systeme dem Zuführen aus Wareneingang und Kommissionierung, dem Sortieren nach Touren oder Zielregionen, dem Verbinden mehrerer Bearbeitungsbereiche oder dem geregelten Abtransport zur Verladung.
Typische Systembausteine und Ausprägungen
Fördersysteme für Pakete bestehen meist aus mehreren abgestimmten Förder- und Funktionsmodulen. Dazu gehören beispielsweise Rollen- oder Gurtförderer, Kurven, Ausschleusungen, Zusammenführungen, Staustrecken, Übergaben zwischen Ebenen sowie Anbindungen an Erfassungs- und Sortiertechnik. Die konkrete Ausprägung richtet sich nach Paketmix, Leistungsbedarf, verfügbarem Platz, gewünschter Sortierlogik und dem Verhältnis zwischen manuellen und automatisierten Prozessschritten.
Abgrenzung zu anderen Fördersystemen
Innerhalb der übergeordneten Leistung Projektierung, Planung und Ausführung von Fördersystemen und Sortiersystemen bilden Paketsysteme einen eigenen Anwendungsfall. Sie unterscheiden sich von Fördersystemen für Paletten durch deutlich kleinere Ladeeinheiten und andere Anforderungen an Taktung und Vereinzelung. Gegenüber Fördersystemen für Behälter oder Grossbehälter steht nicht die Führung standardisierter Ladungsträger im Vordergrund, sondern der Umgang mit unterschiedlich geformten Versandstücken. Von allgemeinen Fördersystemen für Stückgut grenzen sie sich durch die starke Ausrichtung auf Paketlogistik, Sortierprozesse und Sendungsidentifikation ab.