Bestandteile und Funktion von Laborgasversorgungssystemen
Ein Laborgasversorgungssystem verbindet die Gasbereitstellung mit der internen Verteilung im Labor. Je nach Ausführung umfasst es Flaschenanschlüsse oder zentrale Einspeisepunkte, Druckminderer, Leitungen, Umschalteinrichtungen, Entnahmestellen und Absperrorgane. Ziel ist eine kontrollierte Versorgung der angeschlossenen Anwendungen mit dem erforderlichen Gas, dem passenden Druckbereich und einer für den Verwendungszweck geeigneten Gasqualität. Die Auslegung richtet sich nach Verbrauch, Anzahl der Entnahmestellen, benötigten Gasarten und den betrieblichen Sicherheitsanforderungen.
Typische Anwendungen in Lebensmittelanalytik und Laborbetrieb
In der Lebensmittelbranche werden Gase im Labor unter anderem für instrumentelle Analytik, Probenvorbereitung und einzelne verfahrenstechnische Arbeitsschritte eingesetzt. Dazu zählen etwa Träger- oder Betriebsgase für Analysegeräte, Inertgase zum Schutz empfindlicher Proben sowie Druckluft oder andere Medien für unterstützende Funktionen. Auch bei wiederkehrenden Laborabläufen mit mehreren Arbeitsplätzen ist eine geregelte Gasversorgung relevant, weil Gasart, Druck und Verfügbarkeit konstant gehalten werden müssen. Welche Gase tatsächlich benötigt werden, hängt von den eingesetzten Methoden und Geräten ab.
Ausführungen nach Quelle, Verteilung und Ausbaustufe
Laborgasversorgungssysteme können als dezentrale Einzelversorgung oder als zentrale Versorgung mehrerer Arbeitsplätze aufgebaut sein. Häufige Unterschiede betreffen die Zahl der versorgten Gase, die Leitungsführung, manuelle oder automatische Umschaltung zwischen Gasquellen sowie die Integration von Drucküberwachung oder Statusanzeigen. Als Gasquelle kommen je nach Betrieb beispielsweise einzelne Flaschen, Flaschenbündel oder externe Erzeugungseinheiten infrage. Die konkrete Ausführung orientiert sich daran, ob ein einzelnes Gerät versorgt wird oder eine dauerhaft verfügbare Infrastruktur für mehrere Räume oder Laborzonen benötigt wird.
Abgrenzung zu Gaswarnanlagen, Generatoren und anderen Laboreinrichtungen
Innerhalb der Laboreinrichtungen beschreibt diese Leistung die technische Bereitstellung und Verteilung von Laborgasen. Sie unterscheidet sich von Gaswarnanlagen, die austretende Gase detektieren, und von Laborabzugskapellen, die Arbeitsprozesse räumlich abschirmen und Abluft führen. Ebenso sind Stickstoffgeneratoren und Wasserstoffgeneratoren nicht dasselbe wie ein Laborgasversorgungssystem: Sie erzeugen ein bestimmtes Gas, während die Gasversorgung dessen Einspeisung, Regelung und Verteilung im Labor organisiert. Laborpumpen wiederum fördern Medien oder erzeugen Unterdruck, übernehmen aber nicht die strukturierte Versorgung mehrerer Entnahmestellen mit Laborgasen.