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Hochdruckkapillarrheometer

Das Hochdruckkapillarrheometer dient zur rheologischen Prüfung von Kunststoffschmelzen unter hohen Scherbedingungen. Gemessen wird das Fliessverhalten beim Durchströmen einer definierten Kapillare unter Druck und Temperatur. Die Methode bildet verarbeitungsnahe Belastungen ab, wie sie etwa bei Extrusion oder Spritzguss auftreten.

Was mit einem Hochdruckkapillarrheometer gemessen wird

Bei dieser Prüfung wird eine aufgeschmolzene Probe durch eine Kapillare gepresst. Aus Druck, Temperatur, Durchsatz und Kapillargeometrie lassen sich Fliesskurven und Viskositätsverläufe über einen breiteren Scherbereich ableiten. Dadurch wird sichtbar, wie sich eine Kunststoffschmelze unter hohen Belastungen verhält und ob sie zu einer bestimmten Verarbeitungssituation passt.

Typische Anwendungen in der Kunststoffprüfung

Hochdruckkapillarrheometer werden eingesetzt, wenn das Fliessverhalten unter prozessnahen Bedingungen beurteilt werden soll. Das ist relevant bei Materialentwicklung, Rezepturvergleich, Wareneingangsprüfung, Qualitätsüberwachung und Fehlersuche in der Verarbeitung. Untersucht werden können unter anderem Unterschiede zwischen Chargen, der Einfluss von Additiven oder Veränderungen durch thermische und mechanische Belastung.

Prüfparameter und auswertbare Kennwerte

Die Aussagekraft hängt von Parametern wie Prüftemperatur, Kapillargeometrie, Druckbereich und gewählter Scherrate ab. Je nach Prüfaufbau können apparente oder korrigierte Werte betrachtet werden, etwa für Scherspannung, Scherrate oder Viskosität. Für eine belastbare Interpretation ist entscheidend, dass Probenvorbereitung, Temperaturführung und Messbereich zum jeweiligen Kunststoff und zur Fragestellung passen.

Abgrenzung zu MVR/MFR, Rotationsrheometrie und intrinsischer Viskosität

Innerhalb der rheologischen Prüfungen deckt das Hochdruckkapillarrheometer einen anderen Bereich ab als verwandte Verfahren. Gegenüber MVR/MFR liefert es keine einzelne Vergleichszahl, sondern ein deutlich differenzierteres Bild des Fliessverhaltens über mehrere Belastungszustände. Im Unterschied zur Rotationsrheometrie liegt der Schwerpunkt auf höheren, verarbeitungsnahen Scherraten. Von der Bestimmung der intrinsischen Viskosität unterscheidet sich das Verfahren grundlegend, da dort Polymerlösungen und nicht Schmelzen untersucht werden.

0 Anbieter

In der folgenden Firmenliste sind Anbieter für Prüfungen mit dem Hochdruckkapillarrheometer aufgeführt. Die Einträge lassen sich nach Spezialisierung und Prüfkontext einordnen.
Unter dieser Leistung wurde noch kein Anbieter eingetragen.

Fragen & Antworten zu Hochdruckkapillarrheometer

  • Für welche Kunststoffe eignet sich ein Hochdruckkapillarrheometer?

    Typisch ist der Einsatz für thermoplastische Kunststoffschmelzen. Ob ein Material geeignet ist, hängt von seinem Schmelzverhalten und der Prüfaufgabe ab.

  • Worin unterscheidet sich die Methode von MVR oder MFR?

    MVR und MFR liefern einen einzelnen Kennwert unter festgelegten Bedingungen. Das Hochdruckkapillarrheometer bildet das Fliessverhalten über mehrere Belastungsbereiche ab.

  • Kann damit das Verarbeitungsverhalten im Spritzguss oder in der Extrusion beurteilt werden?

    Ja, die Methode wird genutzt, um prozessnahe Scherbedingungen abzubilden. Sie ersetzt jedoch keine vollständige Prozesssimulation.

  • Welche Einflussgrössen sind für die Messung besonders relevant?

    Vor allem Temperatur, Kapillargeometrie, Druckbereich, Scherrate und der Zustand der Probe beeinflussen das Ergebnis.


Weitere Leistungen unter
Rheologische Prüfungen

  • Intrinsische Viskosität
  • Rotationsrheometrie
  • Schmelzvolumenrate - Schmelzflussindex (MVR/MFR)

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Leistung: Hochdruckkapillarrheometer für Kunststoffprüfungen
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