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GID (Gasinnendruck-Verfahren)

Das GID ist ein Spritzgiessverfahren, bei dem nach dem Einspritzen der Kunststoffschmelze Gas in den noch plastischen Kern des Bauteils eingebracht wird. Dadurch entstehen gezielt Hohlkanäle oder gasunterstützte Bereiche im Inneren des Formteils. Das Verfahren wird eingesetzt, wenn Geometrie, Wandstärkenverlauf und Oberflächenanforderungen mit konventionellem Spritzgiessen nur eingeschränkt beherrschbar sind.

Wie das Gasinnendruck-Verfahren im Spritzgiessen funktioniert

Beim GID wird die Kavität zunächst teilweise oder weitgehend mit Kunststoffschmelze gefüllt. Anschliessend wird Gas unter kontrollierten Prozessbedingungen in definierte Bereiche des Bauteils eingeleitet. Das Gas verdrängt Material aus dem noch flüssigen Kern, während die Randschicht an der Werkzeugwand bestehen bleibt. Auf diese Weise lassen sich Hohlräume im Inneren erzeugen oder druckunterstützte Bereiche ausbilden, ohne dass die äussere Kontur des Bauteils geändert wird.

Typische Bauteile und Einsatzfälle für GID

Das Verfahren wird vor allem bei Formteilen mit dickeren Querschnitten, Rippenanbindungen, Griffzonen, Rahmenstrukturen oder langen Fliesswegen genutzt. Geeignet ist es für Bauteile, bei denen Einfallstellen reduziert, Materialanhäufungen entschärft oder Verzug besser beherrscht werden sollen. Auch bei Teilen mit funktionalen Hohlbereichen kann GID eine passende Lösung sein, sofern Geometrie, Werkzeugauslegung und Prozessführung darauf abgestimmt sind.

Verfahrensausprägungen und konstruktive Anforderungen

Je nach Bauteilgeometrie kann GID mit durchgehenden oder partiellen Hohlkanälen umgesetzt werden. Entscheidend sind die Lage der Anspritzpunkte, die Führung des Gaswegs, die Wandstärkenverteilung und die Entlüftung des Werkzeugs. Nicht jede Geometrie ist dafür geeignet: sehr filigrane Mikrostrukturen, stark wechselnde Querschnitte oder optisch besonders kritische Sichtflächen erfordern eine genaue Prüfung. Die Bauteilkonstruktion und die Werkzeugtechnik müssen von Beginn an auf die Gasführung ausgelegt sein.

Abgrenzung zu TSG, Spritzprägen und anderen Spritzgiessverfahren

Innerhalb des Spritzgiessens ist GID ein Spezialverfahren für gasunterstützte Formteilbereiche. Im Unterschied zu normalen Spritzgussteilen wird die innere Struktur gezielt über Gas beeinflusst. Gegenüber TSG (Thermoschaumguss) entsteht der Hohl- oder Kernbereich nicht durch geschäumtes Material, sondern durch eingeleitetes Gas. Spritzprägen arbeitet mit einem Prägehub des Werkzeugs und nicht mit Gas im Bauteilkern. Verfahren wie Mehrkomponenten, Kunststoff-Metall-Spritzguss oder das Umspritzen von Metallteilen verfolgen andere Ziele, etwa Materialkombinationen oder Funktionsintegration, nicht die Ausbildung gasunterstützter Innenkanäle.

0 Anbieter

Die folgenden Anbieter sind im Bereich GID (Gasinnendruck-Verfahren) tätig. Die Einträge können sich nach Werkstoffkompetenz, Werkzeugtechnik und Bauteilgrösse unterscheiden.
Unter dieser Leistung wurde noch kein Anbieter eingetragen.

Fragen & Antworten zu GID (Gasinnendruck-Verfahren)

  • Für welche Geometrien eignet sich das GID besonders?

    Vor allem für Bauteile mit dickeren Wandbereichen, langen Fliesswegen oder lokalem Materialüberschuss.

  • Entstehen beim GID immer hohle Bauteile?

    Nein. Das Gas kann vollständige Hohlkanäle erzeugen oder nur einzelne Bereiche im Bauteilkern beeinflussen.

  • Ist GID dasselbe wie TSG?

    Nein. Beim GID wird Gas gezielt in den Bauteilkern eingebracht, beim TSG entsteht eine geschäumte Kernstruktur.

  • Welche Rolle spielt das Werkzeug beim Gasinnendruck-Verfahren?

    Eine grosse. Anspritzung, Gasführung, Entlüftung und Wandstärken müssen auf das Verfahren abgestimmt sein.


Weitere Leistungen unter
Spritzgiessen

  • Dünnwand-Teile
  • Kunststoff-Kunststoff-Spritzguss
  • Kunststoff-Metall-Spritzguss
  • LCP-Teile
  • Mehrkomponenten
  • Mikro-Teile
  • Normale Teile
  • Plexiglas-Verarbeitung
  • Reinraum-Produktion
  • Sehr grosse Teile
  • Spritzblasen
  • Spritzprägen
  • Stanzen
  • Teile höchster Präzision
  • Teile mit hohen mechanischen Anforderungen
  • TSG (Thermoschaumguss)
  • Umspritzen von Metallteilen
  • Validierte Produktion
  • Verbundteile

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Leistung: GID (Gasinnendruck-Verfahren) im Spritzgiessen
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