Funktionsprinzip von Drehverteilern
Ein Drehverteiler übernimmt Material von einer Zuführung und richtet es durch eine Drehbewegung auf einen ausgewählten Abgang aus. Je nach Ausführung arbeitet er mit festen Positionen oder mit variabel anfahrbaren Winkeln. Die Verstellung kann manuell, motorisch oder über die Anlagensteuerung erfolgen. Entscheidend sind eine reproduzierbare Positionierung, ein sauberer Übergang zum nachfolgenden Förderweg und die Abstimmung auf Format, Gewicht und Takt der transportierten Güter.
Einsatz in Förder- und Handlingsystemen der Holzverarbeitung
Typische Anwendungen liegen überall dort, wo ein Materialstrom aus einer Linie auf mehrere Zielpunkte verteilt werden muss. Dazu gehören Sortierstrecken, Beschickungslinien, Zwischenpuffer, Lageranbindungen oder die Übergabe an verschiedene Bearbeitungsmaschinen. In der Holzverarbeitung betrifft das je nach Prozess einzelne Werkstücke, Platten, Leisten, Pakete oder Restmaterial. Drehverteiler werden sowohl in neue Anlagen integriert als auch zur Umstrukturierung bestehender Förderstrecken eingesetzt.
Ausführungen nach Abgängen, Fördergut und Automatisierungsgrad
Drehverteiler unterscheiden sich unter anderem in der Anzahl der Abgänge, im Aufbau der drehbaren Einheit und in der Anbindung an die Steuerung. Für einfache Linien genügen oft wenige definierte Schaltpositionen, während komplexere Anlagen mehrere Zielrichtungen in kurzer Folge anfahren. Je nach Fördergut müssen Tragfähigkeit, Auflagefläche, Drehbereich und Übergabegenauigkeit angepasst werden. Auch die Art der Rückmeldung variiert, etwa über Positionsabfrage, Sensorik zur Werkstückerkennung oder direkte Kopplung an die Linienlogik.
Abgrenzung zu Wendestationen, Übergabegeräten und Ausrichtvorrichtungen
Innerhalb der Kategorie Fördermittel und Handling dienen Drehverteiler in erster Linie der Verteilung auf verschiedene Förderwege. Ausrichtvorrichtungen korrigieren dagegen die Lage eines Werkstücks, ohne zwingend verschiedene Abgänge zu bedienen. Wendestationen verändern die Orientierung oder Seite des Förderguts, nicht primär dessen Zielrichtung. Winkelübergaben und Übergabegeräte übernehmen meist eine definierte Übergabe zwischen zwei Strecken, während der Drehverteiler durch die drehbare Auswahl mehrerer Abgänge gekennzeichnet ist.