Funktion und technische Aufgabe von Hydraulikmotoren
Ein Hydraulikmotor ist das rotative Gegenstück zum Hydraulikzylinder. Er nimmt Druck und Volumenstrom aus dem System auf und gibt diese Energie als Drehbewegung an eine Welle ab. Die tatsächliche Leistung ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Druck, Fördermenge, Wirkungsgrad und Last am Abtrieb. Je nach Anwendung wird der Motor direkt mit der Maschine gekoppelt oder über Getriebe, Ketten, Riemen oder Kupplungen eingebunden.
Einsatz in Holzmaschinen und angrenzenden Anwendungen
In der Holzbranche kommen Hydraulikmotoren dort vor, wo rotierende Bewegungen unter rauen Bedingungen zuverlässig bereitgestellt werden müssen. Typische Beispiele sind Vorschub- und Transportfunktionen, Walzenantriebe, Fördereinheiten, Drehbewegungen an Aggregaten oder Antriebe an mobilen Maschinen. Gegenüber rein elektrischen Lösungen sind sie besonders dort verbreitet, wo ohnehin ein Hydrauliksystem vorhanden ist oder Lastspitzen und variable Drehzahlen im Betrieb auftreten.
Bauarten und Kriterien für die Auswahl
Zu den gebräuchlichen Bauarten gehören Zahnradmotoren, Gerotor- beziehungsweise Orbitmotoren sowie Axial- oder Radialkolbenmotoren. Sie unterscheiden sich unter anderem bei Drehmomentverhalten, zulässigem Druck, Drehzahlbereich, Laufruhe, Regelbarkeit und Bauraum. Für die Auswahl relevant sind ausserdem die Art der Lagerung, die Wellenausführung, Leckölführung, Drehrichtung, die Eignung für den eingesetzten Hydraulikkreis sowie die Belastung durch Staub, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. In der Praxis muss der Motor auf das gesamte System abgestimmt werden, nicht nur auf einzelne Leistungswerte.
Abgrenzung innerhalb der Hydraulik
Innerhalb der Leistung Hydraulikmotoren geht es ausschliesslich um Bauteile, die hydraulische Energie in Drehbewegung umsetzen. Hydraulikpumpen arbeiten in der entgegengesetzten Richtung und erzeugen den Volumenstrom. Hydraulikzylinder erzeugen lineare Bewegungen statt Rotation, hydraulische Wegeventile steuern den Ölfluss und Hydraulikaggregate beziehungsweise Hydraulikanlagen stellen die Versorgung des Systems bereit. Damit ist Hydraulikmotoren eine klar abgegrenzte Unterkategorie innerhalb der Hydraulik im Bereich Antrieb und Mechanik.