Funktion und typische Ausführung von Anschlagmitteln
Zu den Anschlagmitteln gehören unter anderem Anschlagketten, Drahtseile, Hebebänder und Rundschlingen. Sie werden direkt an der Last angeschlagen und leiten die Kräfte zum Hebezeug weiter. Entscheidend sind dabei die zulässige Tragfähigkeit in der vorgesehenen Anschlagart, die Länge, die Anzahl der Stränge sowie die Eignung für Form und Zustand der Last. Bei Holz ist zusätzlich zu berücksichtigen, ob scharfe Kanten, raue Oberflächen oder empfindliche Sichtflächen vorhanden sind.
Einsatz bei Rundholz, Holzpaketen und vorgefertigten Elementen
Im Sägewerk und Holzhandel werden Anschlagmittel für das Umsetzen von Rundholz, Bündeln, Paketen und Lagerware eingesetzt. In der Holzverarbeitung kommen sie auch beim innerbetrieblichen Transport von Brettschichtholz, Plattenmaterial oder montierten Bauteilen zum Einsatz. Je nach Lastform werden Umreifungen, Direktanschlag oder Schlingverfahren verwendet. Bei langen oder grossflächigen Holzelementen ist neben der Tragfähigkeit vor allem eine stabile Lastlage relevant, damit sich das Bauteil beim Anheben nicht verdreht oder einseitig belastet wird.
Materialwahl und Eignung für unterschiedliche Holzlasten
Ketten eignen sich eher für robuste Lasten und Anwendungen mit höherer mechanischer Beanspruchung. Drahtseile werden eingesetzt, wenn eine formstabile und belastbare Verbindung benötigt wird. Textile Anschlagmittel wie Hebebänder oder Rundschlingen sind sinnvoll, wenn Oberflächen geschont werden sollen oder die Last grossflächig angeschlagen wird. Bei Holz ist die Materialwahl auch von Feuchtigkeit, Verschmutzung, Harz, Kantenpressung und der Gefahr des Abrutschens abhängig. Kantenschutz und geeignete Anschlagpunkte sind deshalb oft Teil der sicheren Anwendung.
Abgrenzung zu Lastaufnahmemitteln und Tragmitteln
Anschlagmittel sind nicht mit Lastaufnahmemitteln gleichzusetzen. Lastaufnahmemittel greifen oder tragen die Last als eigenes Bauteil, etwa in Form von Traversen, Greifern oder speziellen Aufnahmen. Anschlagmittel bilden dagegen die flexible oder lösbare Verbindung zwischen Last und Hebezeug. Von Tragmitteln unterscheiden sie sich dadurch, dass Tragmittel in der Regel zum hebetechnischen System selbst gehören und die Last innerhalb des Geräts oder der Einrichtung weiterleiten, während Anschlagmittel gezielt für das Anschlagen der einzelnen Last eingesetzt und ausgetauscht werden.