Was unter Beflockungsmaterialien zu verstehen ist
Der Begriff umfasst Materialien, die für Beflockungsverfahren benötigt werden. Dazu zählen vor allem Flockfasern in definierter Länge und Feinheit sowie auf das Verfahren abgestimmte Beschichtungs- oder Bindesysteme. Die Fasern werden auf eine klebfähig vorbereitete Fläche aufgebracht und bilden nach dem Aushärten eine geschlossene Faserlage. Das Ergebnis ist keine Lackschicht im klassischen Sinn, sondern eine beschichtete Oberfläche mit textiler Haptik.
Typische Anwendungen auf Holz und Holzwerkstoffen
Beflockte Oberflächen kommen auf Holzbauteilen und Holzwerkstoffen dort vor, wo empfindliche Gegenstände geschont, Geräusche reduziert oder ein rutschhemmender Kontakt erzeugt werden soll. Typische Einsatzfelder sind Einlagen, Innenflächen, Funktionsbereiche von Möbelteilen oder dekorative Oberflächen mit matter, weicher Anmutung. Auch auf beschichteten oder grundierten Trägermaterialien kann Beflockung eingesetzt werden, sofern Aufbau und Haftung zum Untergrund passen.
Relevante Materialmerkmale bei der Auswahl
Für die Auswahl sind vor allem Faserwerkstoff, Faserlänge, Feinheit, Farbton und gewünschte Schichtwirkung relevant. Kurze und feine Fasern erzeugen ein anderes Oberflächenbild als längere oder gröbere Fasern. Ebenso beeinflussen Untergrund, Vorbehandlung und das eingesetzte Bindesystem, wie gleichmässig die Fasern stehen und wie belastbar die Oberfläche ausfällt. Bei geformten oder stark strukturierten Teilen ist zusätzlich zu prüfen, wie sich die Materialien entlang von Kanten, Vertiefungen und Übergängen verarbeiten lassen.
Abgrenzung zu Schwabbelmaterial und Einordnung als Beschichtungsmaterial
In der Hierarchie gehören Beflockungsmaterialien zu den Beschichtungsmaterialien der Oberflächenbearbeitung. Sie unterscheiden sich von Schwabbelmaterial deutlich: Schwabbelmaterial wird für das Polieren, Glätten oder Ausarbeiten bestehender Oberflächen eingesetzt, während Beflockungsmaterialien eine neue Faseroberfläche aufbauen. Fachlich stehen sie damit näher bei materialbasierten Beschichtungsverfahren als bei nachgelagerten Finish- oder Polierprozessen.