Materialaufbau von Kunstleder im Möbelbereich
Kunstleder ist ein industriell hergestelltes Bezugsmaterial. Typisch ist ein mehrschichtiger Aufbau aus textilem oder vliesartigem Träger und einer Kunststoffoberfläche. Dieser Aufbau beeinflusst, wie sich das Material schneiden, nähen, spannen oder über Polsterformen ziehen lässt. Auch die Oberflächenprägung und die Rückseite sind für die Verarbeitung in der Schreinerei und Möbelproduktion relevant.
Einsatz bei Polstermöbeln und bespannten Bauteilen
Im Möbelbereich wird Kunstleder vor allem dort verwendet, wo eine geschlossene, gleichmässige Oberfläche gefragt ist. Typische Anwendungen sind Stühle, Bänke, Sitzschalen, Sofas, Kopfteile, Wandpaneele oder andere gepolsterte und bespannte Bauteile. Je nach Konstruktion kommt das Material auf stark sichtbaren Flächen, auf Kontaktflächen oder auf ergänzenden Verkleidungsteilen zum Einsatz.
Ausführungen nach Oberfläche, Griff und Verarbeitung
Kunstleder ist in unterschiedlichen Optiken und Materialaufbauten erhältlich. Üblich sind glatte oder geprägte Oberflächen, matte oder glänzendere Ausführungen sowie weichere oder formstabilere Varianten. Für die Möbelherstellung sind neben dem Erscheinungsbild auch Dehnverhalten, Materialstärke, Kantenverhalten und die Eignung für Nähte, Polsteraufbau oder flächige Verklebung zu beurteilen.
Abgrenzung zu Leder, Bezugsstoffen und Filzen
Innerhalb der Bespannmaterialien und Bezugsmaterialien steht Kunstleder neben Leder, Bezugsstoffen, Bespannstoffen und Filzen. Im Unterschied zu Leder handelt es sich nicht um ein Naturmaterial, sondern um ein technisch aufgebautes Produkt mit reproduzierbarer Oberfläche. Gegenüber textilen Bezugsstoffen wirkt Kunstleder geschlossener und weniger textil. Filze erfüllen eher spezielle gestalterische oder funktionale Aufgaben und werden nicht gleich eingesetzt wie klassische Polsterbezüge.