Wie Fertighauswände aufgebaut sind
Fertighauswände werden als einzelne Bauelemente geplant, gefertigt und anschliessend in das Gebäude montiert. Im Unterschied zu vor Ort schichtweise erstellten Wänden entsteht der Wandaufbau bereits im Werk. Je nach System bestehen die Elemente aus einer tragenden oder nicht tragenden Konstruktion, Beplankungen, Dämmschichten sowie gegebenenfalls Installationszonen oder vorbereiteten Ausschnitten für Türen und Fenster. Massgenauigkeit und die Abstimmung mit Decken, Fassaden und Haustechnik sind dabei zentral.
Einsatz im Holzbau und in der seriellen Bauweise
Fertighauswände werden vor allem dort eingesetzt, wo wiederholbare Grundrisse, planbare Abläufe und eine kurze Montagezeit gefragt sind. Typische Anwendungen sind Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser in Holzbauweise, Anbauten, Aufstockungen sowie modulare Wohn- oder Zweckbauten. Auch im Innenausbau kommen vorgefertigte Innenwände zum Einsatz, wenn Räume rasch erstellt oder Umbauphasen verkürzt werden sollen. Die Vorfertigung erleichtert die Koordination zwischen Planung, Produktion und Montage.
Unterschiede nach Funktion und Vorfertigungsgrad
Fertighauswände unterscheiden sich zunächst nach ihrer Funktion im Gebäude: Aussenwände übernehmen den Gebäudeabschluss, Innenwände die Raumtrennung und je nach Konstruktion auch tragende Aufgaben. Daneben variiert der Vorfertigungsgrad deutlich. Manche Elemente werden als rohe Wandtafeln geliefert, andere bereits mit Dämmung, Oberflächen, Fenstern oder Leitungsführungen vorbereitet. Welche Ausführung sinnvoll ist, hängt von der Bauweise, der Montageplanung und den Schnittstellen zu anderen Gewerken ab.
Abgrenzung zu Trennwänden, Schiebewänden und Raumteilern
Innerhalb der Leistungsgruppe Wände sind Fertighauswände klar von beweglichen oder leichten Ausbausystemen abzugrenzen. Trennwände, Faltwände, Schiebewände und Raumteiler dienen meist der inneren Raumorganisation und sind oft auf Flexibilität oder spätere Anpassung ausgelegt. Fertighauswände dagegen sind gebäudebezogene Bauelemente, die konstruktiv in den Aufbau des Hauses eingebunden werden. Sie sind deshalb näher an der Gebäudehülle und der Primärkonstruktion als an mobilen oder frei positionierbaren Wandsystemen.