Was unter Hangrutsch bei Verbauungen verstanden wird
Bei einem Hangrutsch verliert ein Hangbereich seine innere Stabilität, sodass Bodenmassen schollenartig, fliessend oder in einzelnen Partien abrutschen. Verbauungen gegen Hangrutsch sollen diese Bewegung bremsen, umlenken oder dauerhaft sichern. Dazu gehören je nach Situation konstruktive Massnahmen zur Stützung, Entwässerung, Oberflächensicherung und Geländeberuhigung. Im Unterschied zu reinem Unterhalt reicht es hier nicht, nur Schäden zu beseitigen; entscheidend ist die Behandlung der rutschursächlichen Faktoren.
Typische Einsatzorte im forstlichen und alpinen Gelände
Hangrutsch-Verbauungen werden dort eingesetzt, wo instabile Hangpartien Waldwege, Erschliessungen, Schutzwaldflächen, Bachnähe oder technische Anlagen gefährden. Häufig betroffen sind steile Böschungen mit wasserführenden Schichten, aufgelockerte Waldränder, angeschnittene Hänge entlang von Wegen sowie Bereiche nach Starkniederschlägen oder Erosion. In der Forstwirtschaft betrifft dies oft Standorte, an denen die Geländestabilität für Bewirtschaftung, Zugang oder Schutzfunktionen des Waldes erhalten werden muss.
Bauliche und standortbezogene Ausprägungen
Die Ausprägung einer Hangrutsch-Verbauung hängt davon ab, ob eine akute Rutschung gesichert, ein bereits abgerutschter Bereich wieder gefasst oder ein gefährdeter Hang vorbeugend stabilisiert werden soll. Möglich sind temporäre Sofortmassnahmen, dauerhafte Stützkonstruktionen, Entwässerungslösungen oder Kombinationen mit ingenieurbiologischen Elementen. In naturnahen Verbauungen kommen häufig Holzbauteile, Faschinen, Schwellen oder andere standortverträgliche Konstruktionen zum Einsatz, sofern sie für Belastung, Feuchte und Untergrund geeignet sind.
Abgrenzung zu Böschungsstabilisierung, Bachufer und Hochwasser
Hangrutsch ist innerhalb der Verbauungen auf bewegte oder rutschgefährdete Hangmassen ausgerichtet. Die Geschwisterleistung Böschungsstabilisierung ist breiter gefasst und umfasst auch die Sicherung künstlich hergestellter oder angeschnittener Böschungen ohne eigentliche Rutschung. Ausgeschwemmte Bachufer betreffen primär Erosion an Fliessgewässern, also den seitlichen Materialabtrag durch Wasser. Hochwasser wiederum behandelt Überflutung, Abfluss und Schutz vor Wasserereignissen im grösseren hydrologischen Zusammenhang, nicht die hangmechanische Sicherung im engeren Sinn.