Funktion und Verfahrensprinzip
Die Anlagen erfassen verunreinigte Lösungsmittel oder belastete Stoffströme und trennen verwertbare Anteile von Feststoffen, Wasser, Harzen, Lackresten oder anderen Fremdstoffen. Je nach Prozess kommen thermische, physikalische oder kombinierte Trennverfahren zum Einsatz, etwa Destillation, Kondensation oder Adsorptionsschritte. Ziel ist nicht die blosse Entsorgung, sondern die Rückführung eines nutzbaren Lösungsmittelanteils in den Betrieb oder die gezielte Konzentration von Reststoffen für die weitere Behandlung.
Typische Anwendungen in der Holzverarbeitung
In holzverarbeitenden Betrieben entstehen lösungsmittelhaltige Restströme vor allem bei der Oberflächenbehandlung, bei Reinigungsarbeiten an Applikationssystemen sowie bei der Aufbereitung von Arbeitsmedien aus Lackier- und Beschichtungsprozessen. Auch bei der Reinigung von Werkzeugen, Leitungen, Behältern oder Spritzsystemen fallen Medien an, die nicht direkt verworfen werden müssen. Lösungsmittelrückgewinnungsanlagen werden deshalb meist dort eingesetzt, wo wiederkehrend ähnliche Stoffgemische in planbaren Mengen anfallen.
Anlagenkonzepte und Ausprägungen
Gebräuchlich sind chargenweise arbeitende Systeme für wechselnde oder kleinere Stoffmengen sowie kontinuierliche Anlagen für gleichmässige Volumenströme. Die technische Ausführung richtet sich danach, ob flüssige Restmedien, kondensierbare Dämpfe oder belastete Prozessluft behandelt werden sollen. Ergänzend können Lagertanks, Vorbehandlungsschritte, Filtration, Kondensationsstufen oder Schnittstellen zur bestehenden Medienversorgung erforderlich sein. Entscheidend ist, dass Verfahren und Materialausführung zum jeweiligen Lösungsmittel und zur Belastung des Mediums passen.
Abgrenzung innerhalb der Rückgewinnungsanlagen
Innerhalb der Rückgewinnungsanlagen sind Lösungsmittelrückgewinnungsanlagen auf lösemittelhaltige Medien und deren Wiederverwertung ausgerichtet. Sie unterscheiden sich damit von Anlagen, die primär Feststoffe, Wärme, Wasser oder andere Prozessnebenströme zurückgewinnen. Ebenfalls abzugrenzen sind reine Abluftreinigungs- oder Entsorgungslösungen: Diese mindern Emissionen oder entsorgen Reststoffe, ohne zwingend ein verwendbares Lösungsmittel in den Produktionskreislauf zurückzuführen.