Ein breiter Kompetenzbereich und ein gut ausgewählter Fuhrpark ermöglicht fast jeden Auftrag. Ab sieben Uhr morgens stehen 4-, 3- und 2-Achser, Kranwagen, Pneulader und Bagger bereit. Mulden werden geliefert, Mulden geleert, Kranarbeiten erledigt – alles ohne aufwendige Terminierung. Frau Füllemann erklärt: «In unserer Branche muss man schnell sein. Wenn eine Mulde gebraucht wird, muss diese am besten schon gestern dort sein. Diese unkomplizierte Arbeitsweise ist unser Vorteil gegenüber der Konkurrenz.» Die flexible und offene Art des Teams trägt auch dazu bei, scheinbar unmögliche Aufträge zu bewältigen. Ganz nach dem Motto «Was nicht passt, wird passend gemacht …».
… wann kommt wohl dieses Jahr der erste Schnee? Diese Frage stellt sich das Team jedes Jahr. Denn auch im Winterdienst übernehmen sie mehrere Routen am Untersee und auf dem Seerücken. Die kalte Jahreszeit ist etwas Besonderes für die Mitarbeitenden, aber auch für die Kundschaft. Im Büro an der Recyclinghalle erwartet sie von der Chefin selbstgemachter Punsch und Gebackenes.
Frau Angelika Füllemann, von allen Angela genannt, arbeitet selber täglich in der Recyclinghalle und führt das Team kompetent und auf Augenhöhe. Kunden und Passanten staunen nicht schlecht, wenn sie auf dem grossen Bagger sitzt und z. B. ein ausgedientes Segelboot zerdrückt. Eine Büromitarbeiterin erzählt: «Wir arbeiten in einer Männerdomäne. Für mich ist Angela eine Powerfrau mit Herz und Geschäftssinn. Sie ist ein Vorbild für mich, aber auch für meine kleine Tochter, die dadurch lernt, dass sie alles schaffen kann.»
Frau Füllemann lebt es vor, die Mitarbeiter machen es nach. In der Recycling-Halle wird aussortiert. «Menschen leben im Überfluss und werfen so viele Dinge weg. Wir geben vielen Gegenständen eine zweite Chance. Gegen kleine Beiträge kann man in unserer Fundgrube manches kaufen oder gratis mitnehmen. Für viele ist dies eine grosse Hilfe», so Angelika Füllemann. «Mit dem Erlös kaufe ich Glace und Bonbons für die Kundschaft. So hat jeder etwas davon.» Dieser grosse Einsatz ermöglichte im Jahr 2023 sogar den Versand zweier 40 m³-Container mit Gütern für das Hilfsprojekt Burkina Faso in Afrika.
Auch Arthur Füllemann arbeitet nach wie vor mit. Trotz seines hohen Alters unterstützt er das Team tatkräftig. «Das ist sein Zuhause», sagt Angela lächelnd. Und obwohl sie immer ein Lächeln im Gesicht hat, bereitet ihr eines Sorgen: «Wir sind ein Familien-Unternehmen und es ist mir wichtig, dass dies so bleibt. Einen Nachfolger haben wir nicht. Wir müssen schauen, was die Zukunft bringt und das Beste daraus machen.»