Was unter mechanischer Bearbeitung in der Druckweiterverarbeitung fällt
Innerhalb der Druckweiterverarbeitung bezeichnet mechanische Bearbeitung die physische Bearbeitung bedruckter oder unbedruckter Substrate nach dem Druckprozess oder als vorbereitenden Schritt für nachgelagerte Arbeiten. Maschinen verändern Format, Kontur, Falzbild, Verbindung oder Materialstruktur. Typische Verfahren sind Schneiden und Stanzen, Falten und Falzen, Bohren, Eckenrunden, Kleben und Leimen sowie das Bearbeiten von Buchrücken oder Pappkomponenten. Auch spezialisierte Maschinen wie Oesmaschinen, Einhängemaschinen oder Hülsenautomaten gehören in diesen Bereich, wenn sie auf einen klar abgegrenzten mechanischen Verarbeitungsschritt ausgerichtet sind.
Typische Anwendungen bei Papier, Karton und Pappe
Mechanische Bearbeitung wird bei Broschüren, Mappen, Verpackungen, Buchdecken, Registern, Kalendern, Etikettenbögen und kartonbasierten Formteilen eingesetzt. Im Vordergrund stehen Formgebung, Funktionsmerkmale und Weiterverarbeitbarkeit. Bei Papierprodukten ist präzises Falzen, Schneiden oder Bohren relevant, bei Karton und Pappe eher Rillen, Biegen, Ausbrechen oder Kaschieren. In der industriellen Fertigung werden die Arbeitsschritte häufig so kombiniert, dass Materialfluss, Trocknung und Übergaben zwischen den Stationen ohne manuelle Zwischenbearbeitung möglich bleiben.
Maschinenarten und Teilverfahren innerhalb der Leistung
Die Leistung umfasst ein breites Spektrum an Maschinen mit unterschiedlicher Aufgabenstellung. Dazu gehören Anreibmaschinen, Biegemaschinen für Pappen, Bohrmaschinen, Eckenrundstossmaschinen, Einhängemaschinen, Hülsenautomaten und Hülsenteilmaschinen, Kartonausbrechmaschinen, Kaschiermaschinen, Oesmaschinen, Registerverstärkungsmaschinen mit Polyesterband, Rückenaufrauhmaschinen, Rückenrundmaschinen sowie Trockner. Hinzu kommen grundlegende Bearbeitungsgruppen wie Falten und Falzen, Kleben und Leimen sowie Schneiden und Stanzen. Ob eine Anlage als Einzelmaschine oder als Teil einer Linie eingesetzt wird, hängt vom Produktaufbau, der Auflage und der Taktung der nachfolgenden Arbeitsschritte ab.
Abgrenzung zu Druckveredelung, Buchbinderei und Verpackungsmaschinen
Mechanische Bearbeitung ist innerhalb der Druckweiterverarbeitung von benachbarten Leistungsfeldern klar zu trennen. Im Unterschied zur Druckveredelung und Oberflächenbearbeitung steht nicht die optische oder haptische Aufwertung durch Lacke, Folien oder Prägungen im Vordergrund, sondern die geometrische oder funktionale Bearbeitung des Materials. Gegenüber Binden und Heften, Buchbinderei umfasst mechanische Bearbeitung vor allem vorgelagerte oder ergänzende Maschinenschritte, während die eigentliche Bindetechnik auf das Zusammenfügen ganzer Produkte ausgerichtet ist. Verpackungsmaschinen wiederum konzentrieren sich auf das Verpacken oder Konfektionieren fertiger Produkte, nicht auf die primäre Bearbeitung von Papier, Karton oder Pappe. Handling und Positionierung betreffen den Materialtransport, während Pressen eine eigenständige Maschinengruppe mit anderer Prozessfunktion bilden.