Was Disposition im Modehandel umfasst
Disposition setzt Planungsannahmen in operative Warenbewegungen um. Dazu gehören Bestellvorschläge, Nachorder, Umlagerungen zwischen Standorten sowie die Steuerung von Wiederbeschaffung und Lagerabgängen. Im Unterschied zur reinen Einkaufsabwicklung steht nicht der Beschaffungsprozess selbst im Vordergrund, sondern die laufende Mengen- und Terminsteuerung auf Artikel-, Varianten- oder Standortebene.
Typische Einsatzfelder bei Saisonware, NOS und Kanalversorgung
In der Modebranche wird Disposition besonders bei saisonalen Kollektionen, kurzlebigen Trends und Never-out-of-stock-Artikeln eingesetzt. Sie betrifft die Erstverteilung neuer Ware, die Nachversorgung erfolgreicher Modelle, die Begrenzung von Überbeständen sowie die Koordination zwischen stationärem Handel, E-Commerce und Zentrallager. Auch bei Aktionsware, Grössenknappheit oder verspäteten Lieferungen dient sie dazu, verfügbare Mengen gezielt zuzuteilen.
Relevante Steuerungsgrössen in der Disposition
Grundlage der Disposition sind unter anderem Abverkaufsdaten, Bestände, offene Bestellungen, Lieferzeiten, Mindestmengen, Verpackungseinheiten und Sortimentsvorgaben. In der Bekleidung kommen artikeltypische Merkmale wie Grössenkurven, Farbverteilungen, Saisondauer und Flächenleistung hinzu. Je nach Geschäftsmodell kann die Steuerung regelbasiert, manuell priorisiert oder systemgestützt erfolgen, etwa für Nachschub, Allokation oder Umlagerung.
Abgrenzung zu Forecasting innerhalb des Supply-Chain-Managements
Disposition ist innerhalb des Supply-Chain-Managements die operative Umsetzung des erwarteten Bedarfs. Forecasting als verwandte Leistung erstellt Prognosen zu Nachfrage, Absatz oder Wiederbeschaffung; die Disposition leitet daraus konkrete Mengen- und Terminentscheide ab. Während Forecasting stärker auf Vorhersage ausgerichtet ist, arbeitet Disposition näher an Beständen, Lieferfenstern und tatsächlicher Warenverfügbarkeit.