Was bei der Inventur im Modehandel gezählt wird
Im Modehandel bezieht sich die Inventur auf verkaufsfähige Ware, reduzierte Artikel, Saisonbestände, Retourenbestände und je nach Prozess auch reservierte oder gesperrte Ware. Erfasst werden einzelne Varianten eines Artikels, etwa dieselbe Bluse in mehreren Farben und Grössen. Relevant ist deshalb nicht nur die Gesamtmenge pro Modell, sondern die genaue Zuordnung zur jeweiligen Ausprägung und zum Lager- oder Verkaufsort. In Filialen kommen zusätzlich Bestände auf der Fläche, im Backstock, in Umkleidezonen oder in Aktionsbereichen in Betracht.
Typische Inventurabläufe in Filiale und Lager
Inventuren finden als Stichtagsinventur, abschnittsweise Zählung oder laufende Teilinventur statt. In Filialen wird häufig nach Bereichen, Warengruppen oder Marken gezählt, um die Verkaufsfläche strukturiert zu erfassen. Im Lager erfolgt die Zählung meist nach Lagerplätzen, Behältern oder Kommissionierzonen. Vor der Auswertung müssen laufende Wareneingänge, Umlagerungen, Verkäufe, Retouren und interne Korrekturen zeitlich sauber abgegrenzt werden, damit physischer Bestand und Systembestand vergleichbar sind.
Zählmethoden und Erfassungslogik für Modeartikel
Je nach Betriebsgrösse werden Inventuren manuell, scannerbasiert oder mit direkter Anbindung an Warenwirtschaftssysteme durchgeführt. Die Erfassung kann artikelgenau über Barcodes erfolgen oder in Ausnahmefällen mengenbezogen je Variante. Im Modeumfeld ist die Variantenlogik besonders relevant, weil Fehlzuordnungen zwischen ähnlichen Artikeln schnell zu Differenzen führen. Auch die Behandlung von beschädigter Ware, Musterteilen, nicht etikettierten Artikeln oder Set-Artikeln muss vor der Zählung klar definiert sein.
Abgrenzung zu Bestandsmanagement, Kasse/POS und Lieferfenster
Inventur ist die physische Bestandsaufnahme zu einem definierten Zeitpunkt oder innerhalb eines festgelegten Zählzyklus. Sie unterscheidet sich vom Bestandsmanagement, das laufende Disposition, Nachschub und Bestandsführung umfasst. Zur Kasse beziehungsweise zum POS besteht der Bezug über Verkaufsbuchungen, doch die Inventur prüft, ob diese Buchungen dem real vorhandenen Bestand entsprechen. Lieferfenster betreffen die zeitliche Steuerung von Anlieferung und Warenfluss, nicht die mengenmässige Verifikation des vorhandenen Sortiments.