Was unter Ausbruchsmaterialien im Tunnelbau verstanden wird
Der Begriff bezeichnet Materialien, die beim maschinellen oder konventionellen Tunnelausbruch anfallen. Dazu gehören je nach Bauweise grobkörnige Gesteinsanteile, Feinanteile, Schlämme sowie mit Wasser versetzte Gemische. Im Unterschied zu regulär angelieferten Baustoffen entstehen Ausbruchsmaterialien als Folge des Vortriebs und müssen deshalb laufend erfasst, beurteilt und logistisch abgewickelt werden.
Anfall, Transport und Umgang auf der Baustelle
Ausbruchsmaterialien fallen kontinuierlich oder abschnittsweise an und müssen in den Bauablauf eingebunden werden. Typische Themen sind Fördertechnik im Tunnel, Umschlag auf Installationsplätzen, Zwischenlagerung, Entwässerung und Trennung nach Materialeigenschaften. Ob ein Material direkt abgeführt, aufbereitet oder separat behandelt wird, hängt von seinem Zustand und von den projektbezogenen Anforderungen an Verwertung oder Entsorgung ab.
Materialklassen MK1 bis MK6
Innerhalb dieser Leistung werden Ausbruchsmaterialien häufig in Materialklassen wie MK1 bis MK6 gegliedert. Solche Klassen dienen der systematischen Zuordnung von Materialeigenschaften und erleichtern die Planung von Behandlung, Abtransport und möglicher Weiterverwendung. Welche Merkmale für die Einstufung herangezogen werden, richtet sich nach dem jeweiligen Projekt, den geologischen Verhältnissen und den vorgegebenen Beurteilungskriterien.
Abgrenzung zu sonstigen Materialien innerhalb der Materiallogistik
In der Hierarchie des Tunnelbaus gehört Ausbruchsmaterialien zur Elternleistung Materialien, unterscheidet sich aber klar von sonstigen Materialien. Während sonstige Materialien dem Bau zugeführt werden, fallen Ausbruchsmaterialien aus dem Bauprozess selbst an. Die Leistung betrifft daher vor allem Materialbeurteilung, Stoffstromführung und den Umgang mit anfallendem Material und nicht die Beschaffung klassischer Baustoffe.